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Hochbegabung





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Hochbegabung

Hochbegabung ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts, sondern es gab zu allen Zeiten Hochbegabte. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts entstand eine Vielzahl von Veröffentlichungen zum Thema Hochbegabung.
Daraus hat sich in der Forschung nicht die eine Theorie der Hochbegabung entwickelt, sondern es werden mehrere Theorien diskutiert. Die meisten Hochbegabungskonzepte haben gemeinsam, daß intellektuelle Begabung als der zentrale Bestandteil der Hochbegabung gesehen wird.

Hochbegabung bezieht sich auf grundlegende Intelligenz determinierender Faktoren, wie z.B.:

  • Erkennen logischer Zusammenhänge und grundlegender Regeln
  • Denkgeschwindigkeit
  • Aufmerksamkeitsspanne
  • Kreativität
  • Neugier

Hochbegabung ist eine Möglichkeit zur Leistung. Daneben werden bei Hochbegabten spezielle Ausprägungen u.a. der folgenden Persönlichkeitseigenschaften beobachtet:

  • Motivation
  • Arbeitshaltung
  • Lernstrategien
  • Ausdauer

Unter hochbegabten Kindern findet man genau wie bei Kindern mit durchschnittlichen intellektuellen Leistungen eine Vielfalt von Persönlichkeiten in allen Kulturen, in allen Gesellschaften und sozialen Schichten.

Bei einem hochbegabten Kind ist von einem geistigen Entwicklungsvorsprung, der mehrere Jahre umfassen kann, auszugehen. Häufig tritt eine Asynchronie in der Entwicklung auf: in Relation zum Lebensalter wird einerseits ein höheres Intelligenzalter und eine hohe soziale Sensibilität, andererseits eine altersgemäße bzw. verzögerte Entwicklung im emotionalen Bereich und im Sozialverhalten beobachtet.

Indikatoren - Beobachtung von Verhaltensweisen bei Hochbegabten

Auf die Aufnahme von Indikatorenlisten zur Identifikation von Hochbegabung anhand von Beobachtungen zu den Bereichen Sozialverhalten, Arbeitsverhalten, kognitiver Status, Emotionalität und Lernverhalten in der Biographie wurde bewußt verzichtet. Nicht jede der genannten Verhaltensbeobachtungen ist zwingend auf eine Hochbegabung zurückzuführen. Das Aufsummieren und Abhaken der Kriterien einer Checkliste reicht nicht aus; Checklisten sind als Diagnoseinstrument ungeeignet. Vielmehr müssen die Anhaltspunkte im Gesamtkontext ein in sich stimmiges Bild ergeben.
Der gesamte diagnostische Prozeß gehört in die Hände eines auf Diagnostik der Hochbegabung spezialisierten Psychologen.

Diagnostik von Hochbegabung

Mittels eines für die Thematik Hochbegabung gültigen Intelligenztests sowie einer ausführlichen Vorbesprechung mit Eltern und Kind sowie einer Verhaltensbeobachtung während der Untersuchung kann ein weitgehend objektiver Nachweis erfolgen.
Ergänzt wird dies je nach Fragestellung durch weitere Leistungs- und Persönlichkeitstests.

Intelligenz als zentraler Bestandteil der Hochbegabung

Bislang liegt keine einheitliche Definition des Intelligenzbegriffs vor. Intelligenz ist ein mehrdimensionales Konstrukt, das - je nach Modell - durch eine Mehrzahl von Teilleistungen gekennzeichnet ist.

Gemäß der Definition von BINET ist der Intelligenzquotient (IQ) wie folgt definiert:
Intelligenzquotient

Das Intelligenzalter (IA) ist die mittels eines Intelligenztests gemessene intellektuelle Leistungsfähigkeit im Vergleich zur durchschnittlichen intellektuellen Leistungsfähigkeit der entsprechenden Altersgruppe.

Intelligenz verteilt sich wie einige andere menschliche Verhaltensweisen gemäß der Gauß'schen Normalverteilung.
IQ-Standardabweichung

Demnach gibt es viele Menschen mit einer durchschnittlichen Intelligenzausprägung und jeweils wenige Menschen mit einer sehr geringen oder sehr hohen intellektuellen Leistungsfähigkeit.

Gemäß allgemein verbindlichem Standard spricht man ab einem Testwert von größer zwei Standardabweichungen über dem Mittelwert, d. h. ab einem Prozentrang (PR) von größer 97,7 von Hochbegabung; dies entspricht in etwa einem IQ von größer als 130.

Intelligenztests

Es gibt eine Vielzahl von Intelligenztests, jedoch nur wenige Verfahren erfüllen die Kriterien zur differenzierten Erfassung der intellektuellen Hochbegabung.

  • Keine Deckeneffekte
  • Minimierung des Meßfehlers im Bereich der hohen Intelligenz
  • Normierung anhand einer repräsentativen Stichprobe hochbegabter Kinder in allen Altersklassen
  • Keine veralteten Normen

Empfohlen wird die Untersuchung mittels mehrdimensionaler Verfahren zur Erfassung der Intelligenz und die Darstellung eines individuellen Leistungsprofils. Oftmals wird lediglich ein Globalwert angegeben, der das arithmetische Mittel aus diversen Subtests darstellt und somit das individuelle Leistungsprofil mit Begabungen und Schwächen nivelliert.

Die Einhaltung der Hauptgütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität ist Grundlage jeglicher psychologischer Diagnostik. Desweiteren ist die Einhaltung von Qualitätsstandards für psychologisches Testen unabdingbar; vgl. hierzu die DIN 33430, die u.a. zur Qualifikation des Testleiters und zur Eichung der Verfahren Stellung nimmt. Gemäß DIN 33430 muß gewährleistet sein, daß der Geltungsbereich des Verfahrens klar definiert ist und daß die notwendigen Vergleichsdaten nicht veraltet sind, d. h. nicht älter als 8 Jahre.


HÄCKER, H., LEUTNER, D. & AMELANG, M. (Hrsg.) (1998). Standards für pädagogisches und psychologische Testen. Diagnostica, Suppl. 1. Göttingen: Hogrefe. ISBN: 978-3456831633.

Deutsches Institut für Normung (2002). DIN 33430: Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Beurteilungen. Berlin: Beuth.

Gemäß APA-Richtlinien (American Psychological Ass.) soll ein Test, falls eine neuere Test-Version länger als ein Jahr am Markt ist, nicht mehr eingesetzt werden.

Hochbegabtenförderung

Genau wie zum Thema Hochbegabung gibt es nicht die Definition von Hochbegabtenförderung, sondern nur verschiedene Maßnahmen aus den Bereichen

  • Akzeleration
  • Enrichment
  • Grouping.

Hochbegabte Kinder sind ihrer Altersgruppe intellektuell voraus. Das Lernverhalten von Hochbegabten unterscheidet sich von dem ihrer Altersgenossen: sie lernen schneller und benötigen weniger Wiederholungsphasen.

Bei permanenter Unterforderung erfolgt kein ausreichender Erwerb von Arbeits- und Lerntechniken.

Ungünstige Auswirkungen:
Minderleistung durch:

  • Erlöschen der natürlichen Neugier
  • Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls
  • Defizite in der Lernstruktur

Etwas mehr als zwei Prozent der Schulkinder sind gemäß der Gauß'schen Normalverteilung als hochbegabt einzustufen. Aufgrund der unterschiedlichen Denkstruktur zum normaldurchschnittlich Begabten benötigen hochbegabte Kinder ein Umfeld mit entsprechenden Entfaltungsmöglichkeiten.

Werden noch die überdurchschnittlich intelligenten Kinder hinzugezählt, so sind wenigstens 5% eines Jahrgangs im üblichen Grundschulunterricht unterfordert.

Viele Lehrer haben keine spezifische Ausbildung zum Thema Hochbegabung erhalten. Wenngleich bei hochbegabten Kindern die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft höher liegt, werden an sie die gleichen Anforderungen gestellt wie an durchschnittlich begabte Kinder. Hochbegabte Kinder nehmen häufig wahr, dass ihre Fähigkeiten nicht unbedingt erwünscht sind.

Das Ermitteln der Intelligenz mittels eines objektiven, standardisierten Test ist die einzige soziale Auswahl überdurchschnittlich intelligenter Kinder.

Schulqualität

Hochbegabtenförderung