Verbesserung der Situation für hochbegabte Kinder an Regelschulen Einsatz von Maßnahmen der HB-Schule
Unterstützung von regionalen Schwerpunktschulen Einsatz von Maßnahmen
Etablierung einer Schule für hochbegabte Kinder in Franken
Jedem das Seine und nicht jedem das Gleiche (Pestalozzi)
In der herkömmlichen Regelschule orientiert sich die Stoffvermittlung an durchschnittlichen intellektuellen Fähigkeiten. Demnach müssen sich Schüler mit sehr hohem intellektuellem Potential dem Durchschnittsschüler anpassen. Das ist vergleichbar mit der Erwartung, ein Schüler mit unterdurchschnittlichem Potential könne sich der Norm anpassen.
Hochbegabte, die über andere Denkstrukturen und Lernstrategien verfügen, lernen früher und schneller, sind in der Lage zu abstrahieren und komplexe Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu erkennen. Hochbegabte Schüler, denen vernetztes Denken zu eigen ist, die selbständig Lösungswege und -strategien entwickeln können, müssen in der herkömmlichen Regelschule starre Lösungswege einhalten.
In der Folge können eine fehlende Leistungsmotivation, ein suboptimales Arbeitsverhalten, Unzufriedenheit bis hin zu psychosomatischen Problemen auftreten.
Underachiever - hochbegabte Minderleister - werden zumeist weder erkannt, noch akzeptiert, noch haben sie eine Chance auf eine zufriedenstellende Schullaufbahn gemäß ihren eigentlichen Kapazitäten.
Stichpunkte zum Konzept der 'Hochbegabtenschule Franken'
Die Schulform soll eine staatliche bzw. staatlich anerkannte Schule sein. Staatlich bzw. staatlich anerkannt deshalb, da soziale Gerechtigkeit nur dann vorliegen kann, wenn Schüler unabhängig von der Finanzkraft ihrer Eltern aufgenommen werden können. Allein entscheidendes Aufnahmekriterium ist das Begabungspotential des Schülers.
Aufnahmekriterien:
Basis für die Aufnahme sind die Ergebnisse, die in standardisierten, für die Diagnose der Hochbegabung entwickelten Testverfahren (Doppelbeleg), deren Normen nicht älter als acht Jahre sind, erzielt werden. Als Anhaltspunkt ist ein Prozentrang von 98 - bzw. ein Intelligenzquotient von 130 zu nennen. Aufgrund nicht auszuschließender möglicher Messfehler wird ab einem Prozentrang von 95 im Einzelfall entschieden.
Grundschule:
In der Hochbegabten-Grundschule besteht die Möglichkeit, den Lehrplaninhalt der Grundschule in 2 oder 3 Jahren zu absolvieren.
Gymnasium:
Beginnend mit den Stufen 5 / 7 / 9 bzw. 10.
Aufgrund der Oberstufenentwicklung ist eine höhere Eingangsklasse nicht sinnvoll.
Arbeitsweise der Schule: 'Unterricht nach Maß'
Gearbeitet wird in einem Kurssystem mit flexibler Gruppenbildung - gemäß Lerntypen und Lernniveau - unter Einsatz von Projektarbeit. Das Kurssystem ist durchlässig aufgebaut, nicht nach 'starren Klassen' eingeteilt.
Die Schüler können je nach Befähigung an den Kursen anderer Jahrgangsstufen teilnehmen. Damit soll einem 'Ausbremsen' auf der einen und einer Überforderung auf der anderen Seite entgegengewirkt werden. Die Differenz zwischen den Kursen eines einzelnen Schülers sollte jedoch die Stufe zwei nicht überschreiten. Neben den Pflichtkursen, die dem Lehrplan für Gymnasien entsprechen, werden darüber hinaus Wahlkurse angeboten.
Fördermöglichkeiten in der Hochbegabtenschule:
Grouping
Neben der Fähigkeitsgruppierung infolge einer äußeren Differenzierung - Hochbegabtenschule - ist eine Fähigkeitsgruppierung infolge innerer Differenzierung durch fächerübergreifende Sonderförderzweige, fachbezogene Sonderförderzweige und spezifische fachbezogene Kurse möglich.
Akzeleration
2.1. Eine vorzeitige Einschulung ist - wie auch in den Regelschulen - gemäß dem Entwicklungsstand des Kindes möglich. Vorzeitige Einschulung wird mittlerweile als sinnvolle Fördermöglichkeit unter Berücksichtigung des individuellen Entwicklungsstandes, der Fähigkeiten, der Interessen sowie der Motivation erachtet.
2.2. Akzeleration innerhalb eines Schulfaches
Bei außerordentlicher Begabung können einmalig die Lehrplaninhalte eines Schuljahres innerhalb eines halben Jahres absolviert werden. Damit der Abstand zu den übrigen Fächern nicht zu groß wird, werden lernmethodische Unterstützungen durchgeführt.
2.3. Überspringen
In der Literatur werden positive Auswirkungen auf Lernmotivation, Selbstwertgefühl und Fähigkeit zur Anpassung an unterschiedliche Situationen angegeben.
Wichtig für ein erfolgreiches Springen ist die sorgfältige Auswahl, Information und Aufklärung aller Beteiligten über Auswirkungen des Springens, begleitende Unterstützungsangebote, fortlaufende Evaluation und ggf. Korrekturmöglichkeiten, positive, vorurteilsfreie Einstellung der Lehrkraft sowie eine 'Normalisierung' des Springens.
Bei Unterlassen der Möglichkeit des Springens werden Probleme auf der sozialen, emotionalen und leistungsmäßigen Ebene beschrieben.
Durch ein Normalisieren des Springens und eine Durchlässigkeit zwischen den Kursen sind Wechsel jederzeit möglich.
Enrichment in Form von speziellen Arbeitsgemeinschaften und Kursen
3.1 Enrichment soll in der Form eingesetzt werden, in der es der Strukturbildung förderlich ist. Es soll für alle Schüler eine fächerübergreifende Vermittlung von Techniken wissenschaftlichen Arbeitens erfolgen.
3.2 Bei den Enrichment-Maßnahmen betreffend die einzelnen Fächer / Kurse ist eine fortlaufende Adaption an die Bedürfnisse der einzelnen Schüler erforderlich.
Im Bereich der Enrichment-Maßnahmen wird in der Literatur eine Qualitätsverbesserung gefordert, die je nach aktuellem Forschungsstand durchzuführen ist.
Durch Enrichment-Maßnahmen soll eine Stärkung des Selbstkonzepts betreffend die eigenen Fähigkeiten/Begabungen erfolgen.
Lehrer als Lernbegleiter
Eine Voraussetzung für den Erfolg schulischer Fördermaßnahmen ist die Qualifizierung der Lehrer. Voraussetzungen an die Lehrkräfte sind:
ein geändertes Selbstverständnis der Lehrenden; Lehrer sollen als Lernbegleiter der hochbegabten Schüler tätig werden.
Akademische Ausbildung der Lehrer in den Bereichen Intelligenz und Pädagogik für Hochbegabte.
Interessierte und leistungsbereite Lehrer, denen es Spaß macht, sich auf das Abenteuer 'Hochbegabung' einzulassen, und die ggf. größeres Fachwissen ihrer Schüler anerkennen können und bereit sind, unkonventionelle Wege zu beschreiten. Gefördert wird ein selbständiges, entdeckendes Lernen mit Hilfe von veränderten, angepassten Lernmethoden.
Lehrer dieser Schule besuchen regelmäßig Weiterbildungen zum Thema Hochbegabung und begabungsdiagnostische Kompetenz.
Mentoren aus Wissenschaft und Wirtschaft sollen zu einer Bereicherung beitragen.
Zusätzliche begleitende Betreuung
Viele Hochbegabte sind erst dann zu überragenden Leistungen fähig, wenn mit Ihnen eine adäquate Lernstrategie erarbeitet wurde. Die Gründe liegen oftmals in einer Unterforderung in den ersten Schuljahren bzw. der Vorschule. Die Schüler wurden zu wenig intellektuell beansprucht und haben dadurch das Lernen nicht gelernt bzw. waren nicht in der Lage Lernfreude zu entwickeln. Ganzheitliche Förderung: Über die Betreuung im schulischen Bereich hinausgehend werden auch andere Bereiche der Entwicklung berücksichtigt und gefördert.
Sonstiges
Verbindung zu anderen Schulen, soziale Integration durch Angebote von Zusatzkursen - Gruppierung nach Intelligenzalter - am Nachmittag.
Kontakte zu internationalen Schulen.
Anforderungen an die Hochbgegabtenschule
Fähigkeitsgruppierung
Akzelerierte Klassen
Zusätzliches Enrichment, soweit es der Strukturbildung förderlich ist
Curriculare Ergänzungen: Förderung des selbständigen, entdeckenden Lernens
Anpassung der Lehrmethoden, Aus-/Fortbildung der Lehrkräfte
Mit Hilfe der Hochbegabtenschule soll ein zu frühes Eintreten in Studium und Berufsleben vermieden werden.